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Reichweite von E-Bikes: grosse Unterschiede

Von 30 bis 200 Kilometer: Die Reichweiten-Angaben bei E-Bikes variieren stark. Wie gross sie tatsächlich sind, hängt vom Modell und vom eigenen Fahrverhalten ab.

Prinzipiell gilt: Je höher die Akkukapazität, desto grösser ist die Reichweite eines E-Bikes. Gebräuchliche Akkus können Strommengen zwischen 250 und 700 Wattstunden speichern. Über die tatsächliche Reichweite entscheidet jedoch nicht nur die gespeicherte Energiemenge. Wichtig ist auch, wie diese eingesetzt wird.

Diese Faktoren beeinflussen die Reichweite

1. Unterstützungsstufe und Durchschnittsgeschwindigkeit

Den grössten Einfluss auf die Reichweite einer Akkuladung haben das gewählte Programm – Eco, Tour, Sport oder Turbo – und die damit zusammenhängende Durchschnittsgeschwindigkeit. Wer gemächlich und mit möglichst viel eigener Muskelkraft fährt, kommt am weitesten. Das ist auch der Grund, warum man mit einem E-Bike (Antriebsgeschwindigkeit 25 km/h) weiterkommt als mit einem S-Pedelec (45 km/h).

2. Fahrer

Trittfrequenz und Fahrstil: Je höher die Trittfrequenz – also je mehr Umdrehungen der Pedalen pro Minute – desto höher der Wirkungsgrad des Antriebs. Ideal sind 70 bis 85 Umdrehungen pro Minute. Daher den Gang immer so wählen, dass man für eine Pedalumdrehung etwas weniger als eine Sekunde benötigt.

Fahrer- und Transportgewicht: Je schwerer Fahrer und Gepäck, umso mehr muss der Motor leisten – und desto schneller ist der Akku leer.

3. E-Bike

Akkukapazität: Grosse Kapazitäten wie z.B. Boschs neue 500 Wh-Akkus geben einiges mehr her.

Radtyp und Haltung: Je aufrechter die Sitzposition, umso grösser der Luftwiderstand – und desto kleiner die Reichweite.

Reifenprofil und Luftdruck: Je schlechter gepumpt und je grobstolliger der Reifen, umso mehr bremst dieser – was die Reichweite spürbar heruntersetzt.

4. Umwelt

Streckenprofil und Anfahrhäufigkeit: Hügelige Strecken und Stop-and-Go-Verkehr erhöhen den Energieverbrauch massiv.

Wind und Untergrund: Gegenwind und schlechter Untergrund bremsen beide gleichermassen – wodurch der Stromverbrauch steigt.

Kälte: Temperaturen um den Gefrierpunkt und darunter reduzieren die Akkukapazität, sie schaden dem Akku allerdings nicht. Isolierende Neoprenhüllen für Akkus schaffen hier Abhilfe.

Wie weit komme ich mit meinem E-Bike?

Der Bosch Reichweiten-Assistent

Du willst wissen wie weit du mit deinem E-Bike kommst? Berechne jetzt deine Reichweite. Mit dem Reichweiten-Assistent von Bosch kannst du alle Bedingungen genau auf deine nächste Tour und deinen Fahrstil anpassen. So kannst du individuell auf dich abgestimmt berechnen, wie viele Kilometer du mit deinem E-Bike ungefähr machen kannst.

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10 Tipps zur maximalen Reichweite mit dem E-Bike

TIPP 1

Richtiges Laden ist bereits entscheidend! Denn beim Laden muss die Raumtemperatur stimmen, damit die Stromspeicher richtig aufgeladen werden. Deshalb empfehlen wir, das Laden bei Zimmertemperatur vorzunehmen und den Akku erst am Strom anzuschliessen, nachdem er sich der Umgebungstemperatur angepasst hat. Ebenfalls zu beachten: Optimal ist, wenn der Akku über eine Restladung von 10 % verfügt und nicht komplett leer gefahren wird.

TIPP 2

Lass den Akku nicht im kalten Keller oder in der Garage liegen! Lagere deinen Akku bei Zimmertemperatur und setze ihn erst ein, kurz bevor du losfährst. Denn ein E-Bike-Akku hat es gerne, im Temperaturbereich von zehn bis 25 Grad gelagert zu werden. Es empfiehlt sich daher auch, den Akku während der Arbeitszeit oder über die Mittagspause ins Warme zu nehmen und nicht draussen am Velo zu lassen.

TIPP 3

Fahre mit konstanter Trittfrequenz! Wer nicht vorausblickt und unnötig Energie mit kräfteraubenden Stopp- und Anfahrbewegungen vermeidet, dem geht der Akku schnell aus. Ein gleichmässiger Druck auf die Pedale sorgt für ein gleichmässiges Signal an den Motor. Das Resultat: Mehr Energie und somit mehr Reichweite.

TIPP 4

Lass deinen Akku richtig arbeiten. Mit dem Akku ist es wie mit unserem Körper: Im Winter müssen wir uns mehr bewegen, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Wähle im Winter daher eine höhere Unterstützungsstufe, damit der Entnahmestrom für eine Selbsterwärmung des Akkus sorgt und leistungsfähiger wird.

TIPP 5

Höhere Trittfrequenz für höhere Leistung. Auf dem E-Bike zu entspannen und vor sich her zu pedalieren wirkt sich negativ auf den Akku aus. Denn der Wirkungsgrad des Motors entfaltet sich bei einer höheren Trittfrequenz immer besser. Schalte deshalb einen Gang runter, um schneller zu treten – das optimiert den Verbrauch und verlängert die Reichweite des Akkus.

TIPP 6

Läuft es nicht wie geschmiert, wirf einen Blick auf deine Kette. Denn furztrockene Ketten sorgen für mehr Reibung und damit für mehr Widerstand. Achte deshalb darauf, dass deine Kette stets optimal geschmiert ist. Gerade im Winter bei tiefen Temperaturen und Salz auf der Strasse leidet die Kette um ein Vielfaches. Es ist daher wichtig, die Kette von Zeit zu Zeit zu reinigen und zu ölen. Unser Experte Fredy Ruhstaller zeigt, wies geht. Es empfiehlt sich auch, das E-Bike zweimal jährlich in unseren Werkstätten für einen allgemeinen Check vorbeizubringen.

How-to: Kette ölen leicht gemacht

Produktmanager Fredy Ruhstaller zeigt, wie man eine Kette richtig schmiert.

TIPP 7

Fahre mit dem richtigen Reifendruck. Denn die Reichweite des E-Bike-Akkus ist stark abhängig vom optimalen Reifendruck. Zu wenig Luft auf der Strasse erhöht die Reibung, drosselt die Geschwindigkeit bei erhöhtem Energieaufwand und sorgt für weniger Reichweite. Umgekehrt verhält sich dies im Gelände beim E-MTB: Da ist ein geringerer Luftdruck entscheidend, und die Kraft optimal auf den Untergrund zu übertragen.

TIPP 8

Weg mit unnötigem Gewicht! Die E-Bikes verlocken, auch einmal mehr Gepäck oder Ausrüstung mitzuschleppen. Allerdings wirkt sich dies stark auf die Reichweite des Akkus aus – erst recht im Winter. Überlege dir deshalb gut, was du wirklich brauchst und nimm nur mit, was du auch wirklich brauchst. Denn weniger Gewicht sorgt für mehr Reichweite.

TIPP 9

Aufgepasst bei der Reinigung deines E-Bikes. Die Reinigung mit dem Hochdruckreiniger ist zum Schutz, insbesondere der elektronischen Komponenten, tabu. Vor jeder Veloreinigung solltest du den Akku aus der Halterung entnehmen, um so Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden. Die Steckerpole können nach der Demontage des Akkus gesäubert werden. Bevor du den Akku wieder einbaust, wische diesen nur mit einem Tuch ab. Es empfiehlt sich auch, auf den Gebrauch von Fett an sämtlichen Kontaktstellen zu verzichten.

TIPP 10

Ein zweiter Akku hilft. Wenn du längere Distanzen zurücklegst und den Akku täglich forderst, macht es Sinn, einen Zweit-Akku anzuschaffen. Damit gönnst du den Akkus auch einmal eine Pause, um nicht unter voller Dauerbelastung zu stehen. Aber denk daran, auch den Ersatzakku vor Kälte zu schützen und entsprechend in einem Rucksack mit Isolierfach zu transportieren oder ebenfalls bei Raumtemperatur zu lagern.

Mit einem Range Extender lassen sich viel grössere Distanzen zurücklegen.

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