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Ein "Cumpan" fürs Leben - das nachhaltige Velo von Veloplus

Nach dem Kindervelo Flizzi hat Veloplus nun mit dem Cumpan auch ein erstes Velo für Erwachsene entwickelt. Ganz gemäss dem ökologischen Leitbild war das Ziel des Projekts, ein möglichst langlebiges und nachhaltiges Velo zu entwickeln. Entstanden ist ein Begleiter für das Leben, das Cumpan-Velo von Veloplus. Die ersten Prototypen sind nun bereit, die fertigen Modelle werden voraussichtlich ab Herbst 2023 in unseren Läden verfügbar sein.

Das Veloplus-Velo Cumpan in der sportlichen Variante ohne Gepäckträger, mit Rennradlenker.

Immer an die Lebenssituation anpassbar

Cumpan, was ist das? Cumpan ist ein Veloprojekt von Veloplus, mit dem Ziel, ein nachhaltiges und möglichst langlebiges Velo zu entwickeln. Ein Velo fürs Leben. Wie das möglich ist? Grundvoraussetzung ist ein robuster, vielseitig einsetzbarer und wandelbarer Rahmen. Denn dank austauschbaren und unterschiedlichen Ausfallenden (die Aufnahme der Hinterradachse) kann das Velo Cumpan im Laufe der Zeit an wechselnde Ansprüche angepasst werden, beispielsweise von Ketten- auf Riemenantrieb.

Ein weiterer grosser Vorteil der austauschbaren Ausfallenden: Cumpan funktioniert mit unterschiedlichen Einbaustandards. Kompatible Komponenten sollten sich so auch in 20 Jahren noch finden lassen. Sollte dies wider Erwarten nicht möglich sein, könnten mit geringem Aufwand neue Ausfallenden für zukünftige Einbaustandards hergestellt werden.

Die austauschbaren Ausfallenden sorgt für eine flexible Anpassung an unterschiedliche Ausstattungen.

«Zugegeben: Es gibt derzeit leichtere Aufgaben, die einen weniger langen Atem brauchen als ein Velo zu entwickeln und zu produzieren», sagt Christoph Ruprecht, Projektverantwortlicher und Veloplus-Mitarbeiter. Aber: «Wir halten trotz anspruchsvoller Umstände in der Velo-Branche am Cumpan fest.»

«Dank ausgeklügelter Geometrie, den Ausfallenden und drei Ausstattungsvarianten decken die Cumpan-Modelle die Ansprüche von Bikepackern, Tourenfahrer:innen, aber auch City- und Alltagsfahrenden ab», freut sich Ruprecht. Endscheidend dabei sei die Modularität, um das Velo der situativ vorliegenden Lebenssituation anzupassen, von den Bedürfnissen des Studenten bis zu jenen des Grosspapis.

Es gibt derzeit leichtere Aufgaben, als ein Velo zu entwickeln.

Christoph Ruprecht ist nicht nur leidenschaftlicher Velofahrer, sondern auch Projektleiter für «Cumpan», das nachhaltige Velo von Veloplus.

Der Startschuss des Projekts

Begonnen hat das Projekt Cumpan im Sommer 2019 mit einem Workshop, bei dem Kund:innen zum Veloplus-Hauptsitz nach Wetzikon eingeladen wurden. Die zentrale Frage war bereits damals: Wie erschaffen wir ein wirklich nachhaltiges Velo? Dieser Frage stellten sich Veloplus-Kundinnen und -Kunden gemeinsam mit den Projektentwicklern.

So wie Veloplus bereits andere Produkte mit der Erfahrung ihrer Kundschaft entwickelt hat, sollte dies auch beim Cumpan der Ausgangspunkt der Entwicklung sein damit ein Alltags- und Reisevelo ohne Motor mit besonderem Augenmerk auf die Nachhaltigkeit entsteht.

Kund:innen erarbeiteten in Gruppen Lösungen für die Anforderungen eines Velos in verschiendenen Lebensphasen.

Die Cumpan-Nachhaltigkeitsstudie der «ETH Juniors»

Der Anlass mit unserer Kundschaft war nur der erste Schritt für ein nachhaltiges Velo. Um der Sache noch vertiefter auf den Grund zu gehen, folgten darauf noch weitere Recherchen zum Thema Nachhaltigkeit und Langlebigkeit. Um nichts dem Zufall zu überlassen wollten wir das Thema auch wissenschaftlich unter die Lupe nehmen, haben uns intensiv mit dieser Thematik beschäftigt und der «ETH Juniors» eine Studie in Auftrag gegeben.

Was bedeutet Nachhaltigkeit bei einem Velo? Grundsätzlich kann und muss man dafür das Rad nicht neu erfinden. Im Fokus liegen viel mehr die zur Auswahl stehenden Produkte, die mehr oder weniger schädlich für die Umwelt sind. Dabei muss auch der Aspekt berücksichtigt werden, wie lange ein Velo einen denn überhaupt begleiten soll – je länger, desto besser.

Das Projektteam aus jungen, talentierten und hoch motivierten Studierenden war prädestiniert dafür, die Studie nach unseren Vorstellungen umzusetzen, damit wir die wichtige Erkenntnis gewinnen, mit welchen Massnahmen und Mitteln wir ein möglichst nachhaltiges und langlebiges Velo anbieten können. Entscheidend dabei ist die Wechselwirkung zwischen den drei Dimensionen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein Überblick über die wichtigsten Resultate.

Klare Unterschiede im Materialbereich

Was sagt uns die Studie bezüglich CO2-Ausstoss? Dass ein Stahlrahmen und eine Stahlgabel die beste Wahl ist. Denn ein hochwertiger Stahlrahmen ist einerseits langlebiger als ein Aluminium- oder Carbon-Rahmen und lässt sich in einem Schadensfall auch einfacher reparieren. Das in der Herstellung verursachte CO2 und die praktisch unbegrenzte Rezyklierbarkeit von Stahl haben unsere Wahl des Rahmenmaterials klar bestätigt. Denn vom Erz- und Mineralienabbau bis zum fertigen Stahlrahmen werden ca. Emissionen in der Höhe von ca. 11 kg CO2-Äquivalenten (CO2e) ausgestossen. Bei einem Aluminiumrahmen ist dieser Wert um ein Sechsfaches höher, bei einem Carbon-Rahmen um das Neunfache.

Ein Stahlrahmen verursacht deutlich weniger Emissionen bei der Herstellung.

Bei Carbon kommt zusätzlich das Problem der erschwerten Rezyklierbarkeit und Entsorgung hinzu. Die isolierte Betrachtung des Rahmens ist das eine, jene des kompletten Velos mit all seinen Komponenten und seiner Lebensdauer die andere. Und die wichtigere. Wie die Studie bestätigt, verursacht nicht der Velorahmen beziehungsweise dessen Herstellung den höchsten CO2-Ausstoss, sondern die Ausstattung und die Dauer, wie lange das Velo gefahren wird. Entscheidend ist daher die Auswahl der Komponenten und Anbauteile, die ca. 80 kg CO2e verursachen. Hochqualitative und langlebige Produkte sowie eine gute Pflege des Velos und insbesondere des Antriebs beeinflussen daher die CO2-Bilanz massiv.

Lebensdauer ist wichtiger als Transport

Aus der Studie wird auch ersichtlich, dass die Materialbeschaffung und der Transport einen kleineren Einfluss auf den im Zusammenhang mit dem Velo verursachten CO2-Ausstoss haben als erwartet. Es ist daher falsch zu glauben, dass alles, was aus China stammt, schlechter abschneidet. Für die Studie haben wir verschiedene Varianten berücksichtigt. So sorgt die Variante mit Erz- und Mineralienabbau in China sowie der Herstellung von Rohstahl und hochwertiger Rahmenrohre in Taiwan für den nahezu identischen CO2-Ausstoss wie die Variante mit Erz- und Mineralienabbau in Brasilien, Herstellung des Rohstahls in Deutschland, Herstellung hochwertiger Rahmenrohre in Italien und Rahmenherstellung in Tschechien. Bei letzterem ist der CO2-Ausstoss jedoch etwas höher, weil aufgrund sämtlicher Velo-Anbauteile und Komponenten, die fast ausschliesslich aus dem asiatischen Raum stammen, ein zusätzlicher Seeweg hinzukommt.

Noch viel höher ist der ökologische Fussabdruck jedoch, wenn anstatt des Schiffs ein Flugzeug für den Transport gewählt wird. Der wichtigste Punkt für ein nachhaltiges Velo mit tiefem CO2-Ausstoss ist die Nutzungsdauer. Für die Berechnung und zum Erarbeiten von Vergleichswerten haben wir folgende Annahmen für die oben ausgeführten Varianten getroffen: Pro Jahr werden mit dem Velo 2500 km zurückgelegt. Das Velo wird gut gepflegt und die Verschleissteile (auch grössere Reparaturen wurden berücksichtigt, beispielsweise einmal einen Ersatz der Laufräder) regelmässig ausgetauscht, damit das Velo 20 Jahre lang ein Begleiter sein kann.

Daraus resultieren beim Stahlrahmen-Velo mit Herstellung und Unterhalt ca. 30 kg CO2e pro Jahr (Alurahmen-Velo ca. 35 kg CO2e). Über 20 Jahre entspricht der Wert des Stahlrahmen-Velos damit rund 600 kg CO2-Ausstoss, wobei 50`000 Kilometer zurückgelegt werden. Zum Vergleich: Ein Ferienflug von Zürich nach Lissabon, Athen oder Stockholm (retour) hat den fast identischen Ausstoss pro Flugzeugpassagier. Einziger Unterschied: Es werden nur 3000 km zurückgelegt. Die Studie, die wir zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen werden, bringt noch viele weitere interessante Fakten zum Vorschein.

Stahlrahmen mit bester Grundvoraussetzung

Klar ist: Ein Stahlrahmen bringt die beste Grundvoraussetzung für ein nachhaltiges und langlebiges Velo mit. Abgesehen vom Rahmenmaterial sorgen in Sachen Nachhaltigkeit vor allem der Unterhalt, die Reparierbarkeit und dadurch auch die Lebensdauer für den Unterschied. Unser nachhaltiges Velo Cumpan wird deshalb mit einem Stahlrahmen ausgestattet. Wir legen mit unserem Velo den Fokus auf Robustheit, Modularität und Langlebigkeit, womit das Velo über die längst mögliche Dauer mit verschiedenen Komponenten aus- und nachgerüstet werden kann. Ein Velo, das es so noch nicht gibt.

Die ersten Cumpan-Prototypen

Nach unserem Kundenevent und der Nachhaltigkeitsstudie, bei der wir wichtige Erkenntnisse zu Material, Nachhaltigkeit, Herstellungsprozess und Langlebigkeit sammeln konnten, sind dann die ersten Prototypen für das Veloplus-Velo entstanden. Wichtig war uns vor allem, dass es für möglichst viele Anwendungsbereiche genutzt werden kann.

So wurde bei den ersten Prototypen festgelegt, dass das Cumpan in vier Ausstattungsvarianten erhältlich sein soll. Ganz nach dem Motto: Immer an die Lebenssituation anpassbar. Bei den vier Ausstattungen gab es das Cumpan einmal mit Rennvelo- und einmal mit geradem Lenker wie auch mit Ketten- oder Riemenantrieb.

Lackierung, Verpackung, Rahmen und CO2-Kompensation

Parallel zur Rahmenentwicklung haben wir uns intensiv mit den Themen Lackieren, Komponenten und Anbauteilen, Verpackung und der CO²-Kompensation für die unvermeidbaren Emissionen bei der Herstellung auseinandergesetzt. Den Fokus haben also nicht nur auf Rahmen und Komponenten gelegt, sondern auch auf das Erscheinungsbild des Rahmens und seine Beständigkeit, womit wir beim Thema Oberflächenbehandlung sind.

Lackierung und Rostschutz

So haben wir uns bei den Rostschutz- und Lackierungsmethoden für die umweltfreundlichste Variante entschieden: Pulverbeschichtung. Gegenüber dem Nasslackieren werden dabei keine Lösungsmittel verwendet und die elektrisch geladene Pulverwolke setzt sich fast ausschliesslich auf dem zu lackierenden Werkstück ab. Überschüssiges Pulver wird abgestossen, es kommt zum Rücksprüheffekt, wobei sogenannte Lackier- oder Rotznasen unmöglich sind. Pro Rahmen kann so bis zu einem Drittel an Farbe eingespart werden. Bedauerlicherweise haben wir keine Alternative zum herkömmlichen Phosphatieren für den inwendigen und unverzichtbaren Rostschutz gefunden. Die bei diesem Verfahren anfallenden Schlämme und Abwasser müssen als Sondermüll entsorgt werden. Wenn die Rahmen aber für zehn, zwanzig oder noch mehr Jahre gegen schleichende Korrosion geschützt werden sollen, bleibt für diese Art von Hohlraumbehandlung aktuell leider keine andere Wahl.

Beim Lackieren wurde beim Cumpan auf eine umweltfreundliche Pulverbeschichtung ohne Lösungsmittel gesetzt.

Sortenreine Verpackung

Dafür konnten wir die Verpackung optimieren: Denn sie wird nahezu komplett rezyklierbar sein! So werden nicht wie üblich Kabelbinder, Plastiksäcke, Schaumstoffeinlagen, Kunststoffklebeband und weiteres Füllmaterial verwendet. Dies hilft, den ökologischen Fussabdruck von Cumpan möglichst gering zu halten und freut übrigens auch unsere Velomechaniker*innen. Denn anstelle von mühsamem Sortieren und Entsorgen des Verpackungs- und Polstermaterials fällt bei unserer Verpackungslösung nur noch der «Rohstoff» Karton / Papier und ein klitzekleines Häufchen Stahlklammern an.

CO²-Kompensation im Fokus

Mit unserem nachhaltigen Veloplus-Velo wollen wir aber nicht nur den CO²-Ausstoss gegenüber einem herkömmlichen Velo reduzieren. Wir möchten noch einen Schritt weitergehen und planen, dass Cumpan als klimaneutral produziertes Velo in unsere Läden und zum Kunden gelangt. Das bedeutet, dass sämtliche klimawirksamen Emissionen von der Gewinnung der Rohstoffe bis hin zum verkaufsfertigen Produkt und dessen Entsorgung in einer Klimaschutzmassnahme kompensiert werden. Doch die Auswahl an möglichen Klimaschutzprojekten ist in etwa gleich vielfältig wie das Velosortiment von Veloplus.

Die Testphase – Das Cumpan auf Tour de Suisse

Im Herbst 2021 konnte Christoph Ruprecht die ersten fertigen Prototypen präsentieren. Seither ist viel passiert. Das Cumpan ist sowohl intern von über 20 Mitarbeitenden als auch bei einem Cumpan-Testtag getestet worden (siehe unten). «Das Interesse war riesig, über 450 Velobegeisterte haben sich für den Testtag beworben», schwärmt Christoph. So sind inzwischen bereits über 5000 Testkilometer abgestrampelt worden. Dank des Testprotokolls aller Tester:innen konnte Christoph Ruprecht bereits viele weitere Erkenntnisse sammeln. «Getestet wurde das Cumpan auf allen möglichen Geländetypen, von Asphalt über Kies- bis hin zu Forstwegen.» Denn genau dafür sei das Cumpan entwickelt worden: «Als Allroad-Velo fürs Leben und für jeden Einsatzbereich.»

Die verschiedenen Ausführungen der Prototypen wurden auch auf eine interne «Tour de Suisse» geschickt und an die verschiedenen Veloplus-Standorte geliefert. «Dank der vielfältigen und unbezahlbaren Testerfahrung aller Cumpan-Tester:innen haben wir durch jede einzelne Testfahrt viele spannende Erkenntnisse für die Optimierung gewonnen», weiss Ruprecht. So konnte nach den Tests beispielsweise bereits das optimale Gepäckträger-Modell bestimmt werden. Ebenfalls wurde die Gabelform noch leicht optimiert werden, um eine noch bessere Lenkeigenschaft zu ermöglichen.

Das sind die 4 Cumpan-Prototypen:

Ein zertifizierter Rahmen

Eine grosse Frage, die sich unserem Projektverantwortlichen stellte: Hält der Rahmen mit den austauschbaren Ausfallenden und Riemenschloss extremen Belastungen stand? Christoph Ruprecht überliess nichts dem Zufall und hat im Labor des renommierten Prüfinstituts Zedler den Rahmen mit einem Fahrer und viel Gepäck auf Rüttel- und Schotterpisten auf seine Stabilität testen lassen. Heute kann Christoph mit Gelassenheit sagen: «Der Cumpan- Rahmen hat den Test ohne Probleme bestanden und ist gemäss der ISONorm 4210 offiziell zertifiziert.»

Cumpan-Testtag mit unserer Kundschaft

Am 13. November 2021 fand der Cumpan-Testtag mit unserer Kundschaft statt. Auf einer ausgiebigen Testfahrt konnte so unsere Kundschaft zum ersten Mal die Prototypen vom Veloplus-Velo probefahren. Nach einem Inputreferat, bei dem Projektleiter Christoph Ruprecht den Teilnehmenden den Hintergrund zum Projekt Cumpan erläuterte, ging die gemeinsame Ausfahrt vom Veloplus-Hauptsitz in Wetzikon bis zum Pfannenstiel. Nach einer Mittagsverpflegung und einem spannenden Austausch ging es dann gestärkt wieder zurück nach Wetzikon.

Dort haben die Teilnehmenden noch einen umfangreichen Fragebogen zu den ersten Erfahrungen auf der Testfahrt mit dem Cumpan ausgefüllt. Diese Informationen fliessen nun ebenfalls in die Weiterentwicklung und Optimierung der Prototypen ein. Wir bedanken uns herzlich bei unserer Kundschaft für diese wertvollen Inputs und den spannenden und schönen Event. Im Video haben wir einige Impressionen und einen kleinen Rückblick auf das Event für Sie zusammengestellt.

Lesen Sie die ganze Cumpan-Geschichte im Veloplus-Blog

Cumpan: „Dein Velo fürs Leben“

Erste Bilder von Testfahrten und fertig gebauten Testvelos.

Zum Blogbeitrag

Cumpan: Das nachhaltige Velo – Teil 1

Die Nachhaltigkeitsstudie der ETH Juniors.

Zum Blogbeitrag

Cumpan: Das nachhaltige Velo – Teil 2

Prototypen, Lackierung und Co2-Kompensation.

Zum Blogbeitrag