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Die richtige Reifengrösse bestimmen

Reifengrösse direkt am Reifen ablesen

Wirf einen Blick auf die Seitenwand deines aktuellen Reifens. Dort findest du Zahlenkombinationen wie zum Beispiel:

  • 37-622 (ETRTO-Angabe)
  • 26 x 2.3 (Zoll-Angabe)
  • 700 x 30C (französische Angabe)

Diese Angaben beschreiben die Reifenbreite und den Durchmesser, allerdings in verschiedenen Normen. Die unterschiedlichen Grössenangaben bei Veloreifen haben historische Gründe und basieren auf verschiedenen Messmethoden. Je nach System wird entweder der Innen- oder der Aussendurchmesser gemessen, zudem haben sich in verschiedenen Ländern eigene Bezeichnungen etabliert. Diese älteren Systeme sind bis heute im Einsatz, obwohl sie oft ungenau oder nicht eindeutig sind.

Um Verwirrung zu vermeiden, wurde später mit der ETRTO-Norm ein internationaler Standard eingeführt. Dieser misst den entscheidenden Innendurchmesser des Reifens beziehungsweise der Felge in Millimetern und ermöglicht so eine eindeutige Zuordnung.

Auf diesem Reifen sind die verschiedenen Massangaben ablesbar: ETRTO, Zoll und französische Angabe.

ETRTO: die genaueste Angabe

Die sogenannte ETRTO-Grösse ist die verlässlichste Methode, um die passende Reifengrösse zu bestimmen.

  • Erste Zahl (z. B. 37) = Reifenbreite in Millimetern
  • Zweite Zahl (z. B. 622) = Innendurchmesser des Reifens bzw. Felgengrösse

Wichtig: Der Durchmesser (zweite Zahl) muss immer exakt passen.

Zoll-Angabe

Die Zoll-Angabe ist besonders bei Mountainbike-Reifen verbreitet.

  • Erste Zahl (z. B. 26) = ungefähren Aussendurchmesser in Zoll
  • Zweite Zahl (z. B. 2.3) = Reifenbreite in Zoll

Wichtig: Der Durchmesser (erste Zahl) ist ungenau. Reifen mit gleicher Zoll-Angabe können unterschiedliche Felgendurchmesser haben. Im Zweifel immer die ETRTO-Angabe prüfen.

Französische Angabe

Diese Angabe wird häufig bei Rennvelo- und Gravelreifen verwendet.

  • Erste Zahl (z. B. 700) = ungefährer Aussendurchmesser in Millimetern
  • Zweite Zahl (z. B. 30C) = Reifenbreite plus Code für die Felgengrösse

Wichtig: Auch hier ist der Durchmesser (erste Zahl) nur ein Näherungswert. Verlass dich im Zweifel auf die ETRTO-Grösse.

Alternative: Reifengrösse ohne Aufdruck finden

Falls die Angaben auf dem Reifen nicht mehr lesbar sind:

  • Prüfe die Felge (teilweise ist die Grösse dort angegeben)
  • Schau in die Bedienungsanleitung deines Velos
  • Besuche die Website des Herstellers
  • Kontaktiere einen Fachhändler
Grössenangaben sind meist auf der Felge vermerkt.

Die richtige Reifenbreite wählen

Während der Durchmesser exakt passen muss, hast du bei der Reifenbreite etwas Spielraum. Welche Breite ideal ist, hängt von deinem Einsatzbereich und deinen Vorlieben ab.

Das solltest du beachten:

  • Die Reifenbreite muss zur Felgenbreite passen. Teilweise wird die empfohlene Felgenbreite beim Reifehersteller angegeben.
    → Faustregel: ca. 1.4× bis 2.2× der Felgeninnenbreite
  • Ausreichend Platz im Rahmen und in der Gabel
    → mindestens 5 mm Abstand zu Rahmen und Gabel
  • Einschränkungen durch Bremsen (v. a. Felgenbremsen)
  • Genügend Abstand zu Schutzblechen
Überbreite Reifen schleifen den Lack ab und gefährden die Stabilität des Rahmens

Typische Reifenbreiten nach Einsatzbereich

Folgende Breiten werden je nach Einsatzzweck am häufigsten genutzt:

  • Rennvelo: 25–32 mm
  • Gravel: 35–50 mm
  • MTB: 2.1"–2.6" (ca. 53–66 mm)
  • City, Alltag & Tour: je nach Einsatz sehr unterschiedlich

Schmale vs. breite Veloreifen

Die Reifenbreite beeinflusst das Fahrgefühl stärker, als viele denken. Es geht längst nicht mehr nur um „schmal = schnell, breit = langsam“. Dieses einfache Schema gilt heute als überholt.

Hier sind die wichtigsten Vor- und Nachteile im Überblick:

Schmale Reifen

Vorteile:

  • Weniger Luftwiderstand → etwas schneller auf glattem Asphalt
  • Direktes Fahrgefühl → sehr präzises Lenkverhalten
  • Geringeres Gewicht (meistens)

Nachteile:

  • Weniger Komfort → Unebenheiten sind deutlicher spürbar
  • Mehr Druck nötig → weniger Grip auf schlechtem Untergrund
  • Anfälliger für Pannen

Breite Reifen

Vorteile:

  • Hoher Komfort → Unebenheiten werden besser absorbiert
  • Mehr Grip auf Schotter und im Gelände
  • Hohe Pannensicherheit (besonders tubeless)

Nachteile:

  • Höherer Luftwiderstand
  • Trägeres Fahrgefühl auf Asphalt
  • Mehr Gewicht

Wichtig zu wissen

Breitere Veloreifen sind nicht automatisch langsamer. Auf rauen Strassen rollen sie oft gleich schnell oder sogar schneller, da sie weniger Energie durch Vibration verlieren. Zudem kannst du mit weniger Luftdruck fahren, was Komfort und Grip deutlich verbessert.

Das reduziert die Ermüdung auf langen Strecken. Deshalb fahren heute selbst Profis oft 28–32 mm breite Reifen statt der früher üblichen 23 mm.

Trotzdem unsicher? Besuche unser Beraterinnen und
Berater in den Läden oder kontaktiere uns:

 

E-Mail: info@veloplus.ch

Telefon: 0840 444 777 (Festnetztarif)

 

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